Bocholter Lernwerkstatt Sek. 1  
     
 

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Projekt 2010

 

In Kooperation mit dem Stadtmuseum der Stadt Bocholt gelang es der Lernwerkstatt

in der Zeit vom 17. Januar - 14. Februar 2010 die Ausstellung "Zeichne, was du siehst" nach Bocholt zu holen. Es wurden 62 Zeichnung von Helga Weissová-Hošková im Stadtmuseum gezeigt.

Dazu planten wir in Zusammenarbeit mit  der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem VHS Arbeitskreis Synagogenlandschaften ein kleines Rahmenprogramm, an dem sich alle weiterführende Schulen beteiligen konnten. mehr...

Beteiligte Schulklassen:

Albert-Schweitzer-Realschule, Bocholt, Klasse 7b 

Hohe-Giethorst-Schule, Bocholt, Stammgruppe 7b/8b


Klassen in der Ausstellung:

Insgesamt besuchten 23 Schulklassen Bocholter Schulen die Ausstellung. Hier eine kleine Auswahl:

Hohe-Giethorst-Schule, Stammgruppe 5/6, S. König-Ygit

Norbertschule, Klasse 5a, G. Messing

St. Georg-Gymnasium, Klasse 10a

 


Helga Weissová-Hošková wurde am 10. November 1929 als Tochter des Bankangestellten Otto Weiss und der Schneiderin Irena Weissová in Prag geboren.

 

Vier Wochen nach ihrem zwölften Geburtstag wurde sie zusammen mit ihren Eltern in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort verbrachte die Familie Weiss unter entwürdigenden Lebensbedingungen, immer in Angst vor dem nächsten Transport, die nächsten drei Jahre. Helga lebte mit ihrer Mutter zunächst in der Dresdener Kaserne, dann kam sie mit Hunderten von anderen Mädchen in das Mädchenheim L 410. „Zeichne, was Du siehst“, sagte Otto Weiss zu seiner Tochter und so entstanden in den Jahren des Ghettos neben Tagebuchnotizen über 100 Zeichnungen, die dokumentarisch das Leben und Sterben im Ghetto Theresienstadt festhielten. mehr...

 

Heute eine international angesehene Künstlerin – hat Helga Weissová-Hošková die meisten ihrer Theresienstadtbilder lange unter Verschluss gehalten und sie erst vor wenigen Jahren zur Veröffentlichung freigegeben. „Da es keine Fotografien aus der Zeit gibt, sind Zeichnungen die einzigen Bilddokumente. Ich hoffe, damit ein anschauliches, überzeugendes und dauerhaftes Zeugnis jener Zeit geschaffen zu haben, eines, das dazu beitragen soll, dass Vergangenes nicht in Vergessenheit gerät, damit sich Ähnliches nicht wiederholen kann“, schreibt Helga Weissová-Hošková. Die Bilder wurden in vielbeachteten Ausstellungen, u.a. in Hannover, Bremen, Lübeck, Göttingen, Berlin, Steyr (Österreich), Prag und vielen Gedenkstätten gezeigt.


Hier eine kleine Auswahl von Zeichnungen, die zeigen sollen, wie sich in den Bildern der heilen Welt schnell die Verdunkelung der realen, absurden Welt breit macht und schließlich alles Kindliche verschwinden lässt, obwohl Helga die letzten Bilder gerade mal mit 16 Jahren zeichnete.

Folgende Bilder sind dem Buch "Zeichne, was du siehst" entnommen. Freundlicherweise hat der Niedersächsische Verein zur Förderung von Theresienstadt/Terezin e.V. gestattet, diese Zeichnungen zu zeigen.

Schneemann, Dezember 1941

Dies ist die erste Zeichnung, die in Theresienstadt entstand. Das Bild schmuggelte die 10-jährige Helga heimlich in die Männerkaserne zu ihrem Vater. Er sagte zu ihr: "Zeichne, was du siehst."

Federzeichnung und Wasserzeichnung 

Brot auf einem Leichenwagen, 27.12.1942

Alles wurde auf alten Leichenwagen befördert: Gepäck, Brot und alte Menschen. Dieser Wagen hat die Aufschrift "Jugendfürsorge". Särge wurden auf Rollwagen transportiert.

Pinselzeichnung mit Wasserfarben

Flöhe fangen

1.9.1943

Wanzen und Flöhe vermehrten sich in den überfüllten Unterkünften und beeinträchtigen erheblich das Leben, vor allem den Schlaf. Das Bild zeigt Versuche, Flöhe zu fangen, allerdings völlig vergeblich, es waren zu viele.

Federzeichnung und Wasserfarbe

Eine Geburtstagskarte, 4.5.1943

Das wertvollste Geschenk im Getto war Essen. So träumt die kleine Helga oft vom Essen, vom Schlaraffenland.

Federzeichnung und Wasserfarbe

Ankunft der Internationalen Kommission des Roten Kreuzes, 1944

Um den Eindruck zu erwecken, dass es den Juden in Theresienstadt gut ging, reinigte, scheuerte, verschönerte und arrangierte man alles sorgfältig wie für eine Theaterinszenierung. Die Kommission ließ sich betrügen und glaubte, dass alles in Ordnung sei.                                 Federzeichnung und Wasserfarbe

Transport der polnischen Kinder, 29.8.1943

Diese Kinder kamen im erbärmlichen Zustand in Theresienstadt an. Sie wurden während der Zeit ihres Aufenthalts in Quarantäne gehalten. Als sie duschen sollten, wehrten sie sich und schrien: "GAS!". Sie wussten mehr als Helga in Theresienstadt . Federzeichnung und Wasserfarbe

Letzter Abschied,1944

Täglich starben viele Menschen. Die Särge wurden nach kurzer Zeremonie auf die Wagen geladen und ins Krematorien außerhalb des Ghettos überführt. Die Asche der verstorbenen wurde in Papierurnen aufbewahrt. Kurz vor Kriegsende wurde die gesamte Asche in den Fluss Eger geschüttet.          Federzeichnung und Wasserfarbe

Selbstmord im Stacheldraht,

Mauthausen,1945/46

Die Zäune waren elektrisch geladen, Einige Gefangene beendeten ihrem Leben in diesem Stacheldraht. Dieses Bild entstand kurz nach der Befreiung. Jetzt zeichnet Helga nicht mehr, was sie unmittelbar sieht. Sie ist 16 Jahre alt.               Federzeichnung, Tusche, laviert

Dieses Buch " Zeichne, was du siehst" - Zeichnungen  eines Kindes aus Theresienstadt / Terezín ist nicht im Buchhandel, sondern nur beim  Niedersächsischen Verein zur Förderung von Theresienstadt / Terezín e.V zum vom Wallstein- Verlag, Göttingen festgesetzten Buchhandelpreis 18,00 € erhältlich.

Putenhof Belitz                       29482 Küsten                          Tel.: 05841/97170                        Email

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung hielt zusätzlich einige interessante Veranstaltungen bereit. mehr...


Schulklassen der Jahrgänge 6-8 laden wir recht herzlich zu unserer Werkstatt Zeichne, was du siehst" ein. In den Arbeitsangeboten beschäftigen sich die Schüler/innen 

  • mit den Bildern der Ausstellung, 

  • der Künstlerin Helga Weissova, 

  • dem Ghetto Theresienstadt und 

  • Bocholter Juden, die in Theresienstadt waren. 

Sie können sich zur Werkstattarbeit für 2-4 Stunden anmelden und die jeweiligen Arbeitsangebote für Ihre Klasse auswählen. Rufen Sie uns an! (Tel. 02871/2393647)


Weitere Ideen zum Unterricht

Hier noch einige Hinweise für Kollegen/innen, die ihre Klasse auf den Besuch der Ausstellung vor- oder den Ausstellungsbesuch nachbereiten möchte. mehr...


Die Künstlerin Helga Weissová-Hošková heute

In ihren Bildern wird immer noch deutlich, wie Helga Weissovás Vergangenheit auch in der Gegenwart stets sichtbar ist. Sie zeigt ihre Geschichte in teils abstrakten aber überwiegend realistischen Bildern. 
Eine wichtige Station ist ein Aufenthalt in Israel, hier lassen die schlichten Stadtmotive nur erahnen, welche Deutung ihnen zuzuschreiben ist. Klarer ist die Vergangenheit sichtbar in Bildern, in denen - über die Jahre hinweg - immer wieder Szenen und Versatzstücken an die Zeit im Ghetto erinnern. Schließlich ist auch die Auseinandersetzung mit religiösen Themen in den Werken enthalten.

Das künstlerische Schaffen 

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Das Buch "Künstlerisches Schaffen", Helga Weissová-Hošková, herausgegeben vom Wallstein Verlag, Göttingen ISBN 3-89244-526-5 ist im Buchhandel oder beim Niedersächsischer Verein zur Förderung von Theresienstadt / Terezín e.V erhältlich.

Wir danken dem   Niedersächsischer Verein zur Förderung von Theresienstadt / Terezín e.V für die gute Zusammenarbeit und für die freundliche Unterstützung!

 

 

         
 

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