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      Klassenprojekt

Herr Becks, Herr Becks, die bringen uns um..."

"Herr Becks, Herr Becks, die bringen uns um..."

 

Die Shoa mit 6 Millionen ermordeten Juden in menschenunwürdigen Todeslagern ist eine geschichtliche Tatsache, die der Behandlung im Unterricht bedarf. Den Opfern einen Namen zu geben, einzelne Menschen aufzuspüren, ihr Leid nachzufühlen, sogar in der eigenen Stadt, aber dennoch nicht das ganze grausige Szenario aufzuzeigen, ist sehr viel besser nachvollziehbar und berührt jedes Kind.

Der Text:

 

Josef Niebur, der die Geschichte der Bocholter Juden systematisch und umfangreich erforscht und dargestellt hat, ist der Autor des Textes „Herr Becks, Herr Becks, die bringen und um...“ , der das Schicksal der jüdischen Familie Landau nachempfindet.
Sehr behutsam und eindrucksvoll erzählt er von Cilli, Ernst und dem kleinen Leo Landau, die in Bocholt lebten, bis sie am 10. Dezember 1941 mit weiteren 23 Jüdinnen und Juden nach Riga deportiert und umgebracht wurden.


Am 26.1.2006 besuchte die Klasse 7b/8b der Hohe- Giethorst -Schule die Bocholter Lernwerkstatt und arbeitete intensiv an den Lernangeboten der Werkstatt "Herr Becks, Herr Becks, die bringen uns um...".

In der Abschlussbesprechung erzählte Josef Niebur sehr eindrucksvoll von anderen Bocholter Juden, die ebenfalls in Riga mit Familie Landau umgebracht wurden.


 

Am nächsten Tag, am 27.1., dem Gedenktag an die Befreiung Auschwitz, gingen die Schülerinnen und Schüler mit Josef Niebur, der Klassenlehrerin und Jochen Methling von der Stadt Bocholt zur neu gestalteten Gedenkstätte am Ort der alten Synagoge in Bocholt.
Hier gedachten sie der Familie Landau, zündeten ihre Teelichter an und beteten ein hebräisches Gebet.


Der Blick in die Zeitung belohnte den Fleiß der Schüler/innen. Herzlichen Dank an das Bocholter Volksblatt, insbesondere an Frau Witteler, die den Bericht schrieb.


Unser Projekt war noch nicht zu Ende. Nun wollten wir

Herrn Niebur noch einen Brief schreiben

, nicht einen zusammen, nein jeder/jede Schüler/in einen. Das war gar nicht so einfach. Was sollten wir schreiben? Nach zwei Unterrichtstunden Stoffsammlung gingen wir ans Werk.

Hier der Brief von Katrin Gierkink (Klasse 7, 13 Jahre)

Lieber Herr Niebur

ich finde es gut, dass Sie diese Geschichte über Familie Landau geschrieben haben. Dadurch haben wir jetzt erfahren, wie schlecht die Juden behandelt wurden, nur weil sie einen anderen Glauben hatten.
Ungerecht fand ich, dass ein Blockwart abends durch die Straßen von Bocholt ging und bei den jüdischen Häusern rief "Licht aus!", obwohl die Juden doch schon so ängstlich und vorsichtig waren und alles dunkel war.
Die Pogromnacht muss auch sehr schlimm gewesen sein, denn in einer Nacht alles zu verlieren, was man besessen hat, finde ich sehr traurig.
Dass so etwas wirklich geschehen sein soll, ist wirklich schwer zu verstehen. Durch die Familie Landau erfuhren wir, dass die Nazis mutwillig das Eigentum der Familie zerstörten. Sie wurden durch die Nachbarn schikaniert und aus ihrer Wohnung vertrieben, so dass sie mehrmals umziehen mussten. Herr Landau verlor sogar seine Arbeit in der Fabrik. Ihnen wurde verboten in Läden der Nazis Lebensmittel einzukaufen.
Wie sind Sie eigentlich genau auf die Familie Landau gekommen?
Haben Sie schon mal Ausgrenzumg erlebt?
Oder warum fanden sie sich mit der Familie Landau so verbunden?

Ich fand es schrecklich, als der kleine Leo und seine Mutter Cilli einfach so erschossen wurden. Und dass fast alle Juden in sogenannte Judenhäuser ziehen mussten. Sie wurden wie Dreck behandelt. In Riga mussten sie mit wenig Kleidung in der Kälte draußen stehen. Das wollte ich zuerst gar nicht glauben, als ich das las, es war so schrecklich.
Wie lange haben Ihre Forschungen eigentlich gedauert?
Die haben bestimmt ein paar Jahre gedauert oder?
Wenn Sie die Erfahrung, ausgeschlossen zu werden, wirklich schon mal gemacht haben, tut es mir sehr leid.
Ich möchte mich noch mal recht herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben.
Liebe Grüße,

Sabrina Beckmann (Klasse 8, 15 Jahre)

 

 

 

 

Sehr geehrter Herr Niebur,

ich heiße Patrick und gehe in die Klasse 7/8b der Hohe-Giethorst-Schule.
Ich möchte mich für die Geschichte, die Sie geschrieben haben, herzlich bedanken. Ich habe aus dieser Geschichte sehr viel erfahren, dass Juden in Bocholt gelebt haben, wie sie behandelt wurden und wie sie von den Nazis unterdrückt wurden.
Ich finde es toll, wie Sie sich dafür einsetzen, dass die Geschichte der Juden in Bocholt nicht in Vergessenheit gerät. Danken möchte ich Ihnen auch für die Forschungen zu diesem Thema.
Die Geschichte der jüdischen Bürger in Bocholt ist viel zu interessant, um sie verborgen zu halten....
Nun wollen Sie uns auch noch durch Bocholt führen und uns die Orte zeigen, wo Familie Landau gelebt hat. Ich hoffe, der Rundgang findet bald statt. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Ihnen, 

Ihr Patrick (Klasse 8, 14 Jahre)

 

 

 


Auf den Spuren von Familie Landau:

 

 

 
         
 

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