Bocholter Lernwerkstatt Sek. 1  
     
 

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  Konzept

Am 16. November 2002 wurde die Bocholter Lernwerkstatt eröffnet.
Bis es so weit war, waren vielfältige Vorarbeiten nötig.

Anfänge

Es war von vornherein klar:

Unsere Lernwerkstatt sollte Schulform übergreifend für den Sekundarbereich Sek.I sein und wir wollten nicht ein Angebot in einer bereits bestehenden Einrichtung (Schule, Studienseminar, Fachhochschule u.ä.) werden, so wie es bei den meisten bestehenden Lernwerkstätten war und immer noch ist.

Damit wollten wir gewährleisten, dass sich alle Kollegen/innen der weiterführenden Schulen der Klassen 5-8 vor Ort durch unser Angebot angesprochen fühlen.

Die Stadt Bocholt und die Schulaufsicht unterstützten diese Idee mit der Wunsch, dass im Werkstatt-Team Mitarbeiter aller Schulformen vertreten sein sollten. Innerhalb eines Jahres fanden sich je ein Lehrer und eine Lehrerin aus Gymnasium, Realschule, Sonderschule und Hauptschule.

Als die Stadt zur Verwirklichung der Idee zwei Räume im Souterrain eines ehemaligen Altersheimes zur Verfügung stellte, im dem heute das Studienseminar Sek. I, Sek. II, der Primarstufe und Klassen einer Realschule untergebracht sind, konnte die Arbeit beginnen.

Konzept

1. „Schule anders denken“ , das ist eigentlich das padägogische/didaktische Grundkonzept unserer Werkstatt.

90% des Unterrichts läuft laut Statistik in den heutigen Schulen immer noch frontal ab. Wir wollen den Frontalunterricht nicht abschaffen, für sich gesehen hat er sicherlich seinen berechtigten Stellenwert.

Wir wollen:

  • individuelle, offene Unterrichtsformen wie Wochenplanarbeit, Freie Arbeit etc. anbieten und weiterentwickeln,

  • neue Wege zum „Lernen lernen“ bzw. zur Lernmethodik aufzeigen,

  • Möglichkeiten projektorientierten, fächerübergreifenden Lernens eröffnen und

  • spielerisches, kreatives Lernen in allen Fächern fördern.

2. „Vernetzung aller an Schule Beteiligten, insbesondere der einzelnen Schulformen“ ist dabei unser Ziel.

Die Bocholter Lernwerkstatt soll zunächst ein Ort für Lehrer/innen sein. Diese sollten hier

  • einen Ort der Kommunikation,

  • die Möglichkeit des Materialaustausches

  • und Hilfsangebote für ihren Unterricht finden. Dabei soll der Schwerpunkt im Sinne des Kindes auf einen möglichst reibungslosen Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule liegen.

  • Für die Stadt Bocholt ist wichtig, dass Organisationen (Eine Welt, Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit usw.), die sich für die Arbeit in Schulen interessieren, über die Lernwerkstatt Kontakte finden und gemeinsame Projekte mit Schulen planen und durchführen.

3. Daraus ergibt sich, dass die Lernwerkstatt

  • ein eigenes Fortbildungsprogramm für Kollegen/innen an weiterführende Schulen ausarbeitet,

  • für Referenten ein Fortbildungsforum bietet,

  • als attraktiver Ort für Lehrer/innen viele Unterrichtsmaterialen sammelt und bereitstellt,

  • bzw. Verlagen als Ausstellungsort ihrer Verlagsprodukte dient.

Die Entwicklung

1. Die bloße Bereitstellung der Unterrichtsmaterialien war für viele Lehrer/innen nicht Grund genug, die Lernwerkstatt zu besuchen. Das veranlasste uns dazu, die Materialangebote auszuweiten und nun auch auszuleihen. Wir versprachen uns davon, dass Kollegen/innen diese Materialien in ihrem Unterricht ausprobieren, Erfahrungen sammeln und motiviert werden, eigene Materialien herzustellen.

2. Wichtig war uns in diesem Zusammenhang auch eine engere Anbindung an die Studienseminare. Wir bemühten uns in besonderer Weise um die jungen Referendare/innen, da diese sehr viel unvoreingenommener an neue Möglichkeiten im Unterricht herangehen.

3. Ebenso wurden die Fortbildungen in Form von Workshops für Lehrer/innen nicht in zufriedenstellendem Maße angenommen. Wir kamen deshalb auf die Idee, Lehrern/innen mit Ihren Schulklassen die Möglichkeit zu geben, die Lernwerkstatt zu besuchen und hier nach Themenwahl offene Unterrichtsformen kennen zu lernen und einzuüben. Diese Maßnahme erwies sich als überaus erfolgreich. Innerhalb des letzten Schuljahres nahmen 18 Schulklassen aus Bocholt und Umgebung dieses Angebot an.

4. An Schule sind nicht nur Lehrer/innen und Schüler/innen beteiligt, sonders auch Eltern. Um die Lernwerkstatt noch lebendiger zu gestalten, überlegten wir uns auch eine Veranstaltung für diese Gruppe. Die Resonanz nach der Ankündigung von „Mit Kindern Lernen“ in der Presse war erfreulicherweise so groß, dass wir die Teilnehmer/innen in zwei Gruppen aufteilen mussten.

5. Zudem erweiterten wir unser Angebote, indem wir Schulen vorschlugen, Fachkonferenzen in allen Fachbereichen (insbesondere in den Hauptfächern) und andere Konferenzen in Verbindung mit bestimmten Thema (Einführung in die Lernwerkstatt, Vorstellung von Materialien) in der Lernwerkstatt abzuhalten. Wir konnten 12 Gruppen in letzten Halbjahr begrüßen.

6. Besondere Aufmerksamkeit erhielten wir durch unsere Initiative und Mitarbeit in Projekten. Die Lernwerkstatt nahm die Gelegenheit wahr, das grenzüberschreitende Schulprojekt „Anne Frank - eine Geschichte von heute“ (Nov. 2003) für die deutschen Schulen zu betreuen und regte innerhalb des Rahmenprogramms ein Leseprojekt „Sie waren jung wie wir - eine abendliche Lesereise“ an, dem sich schließlich 22 deutsche und niederländische Schulklassen aus allen Jahrgängen und Schulformen Bocholts und Umgebung beteiligten.

7. Ganztageveranstaltungen als „Pädagogische Tage“ wurden als Wunsch von Kollegien an uns herangetragen. Nach vorheriger Absprache richten sich die Themen ganz nach den Bedürfnissen der Schulen.

Bocholt, August 2004

 
         
 

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